Ständig erschöpft? Warum du unbedingt auf deine Darmgesundheit achten solltest

"Ständig erschöpft?"

Solange ich zurückdenken kann, hatte ich  Probleme mit meinem Darm. Als Kind habe ich vor sportlichen Wettkämpfen lange Zeit auf dem Klo verbracht. Weil ich vor lauter Aufregung und Nervosität Durchfall bekam.

Später, mit Anfang zwanzig hatte ich oft Bauchschmerzen und weichen Stuhl. Untersuchungen beim Hausarzt ergaben keine Auffälligkeiten, also: Reizdarm. „Damit müssen Sie leben.“

Ich bin und war mein Leben lang schlank. Doch sobald ich auch nur eine Kleinigkeit gegessen hatte, wölbte sich mein Bauch, als sei ich im 6. Monat schwanger. Dazu gesellte sich ein enormes Druckgefühl und allgemeines Unbehagen.

Das hat mir damals die Stimmung auf so mancher Festivität verdorben. Und romantische Candle-Light-Dinner gestalteten sich  ebenfalls schwierig. Klar, ich konnte damit leben. Tat es auch jahrzehntelang.

Genervt hat es dennoch.

Warum ich diesen netten Schwank aus meinem Leben erzähle? Weil ich mir vorstellen kann, dass du ähnliche Probleme hast. Vielleicht nicht exakt so geartet wie bei mir. Aber eventuell hast du neben deiner Erschöpfung und Müdigkeit:

  • Verstopfung?
  • weichen Stuhl?
  • harten Stuhl?
  • unerklärliche Bauchschmerzen?
  • Blähungen?
  • häufige Infekte?
  • wiederkehrende Pilzinfektionen?
  • Magenprobleme?
  • Allergien?
  • Hautprobleme?

Natürlich nicht zwingend alles auf einmal. Schon ein Symptom ist auffällig. Allerdings steigt mit der Anzahl der Zustimmungen der Verdacht, dass es um deine Darmflora nicht zum Besten bestellt ist.

Nur weil heutzutage fast jeder irgendein Problem im Bereich Verdauungstrakt hat, ist es noch lange nicht normal. Ganz im Gegenteil.

Nun fragst du dich vielleicht, warum ich auf diesem Blog über Verdauungsprobleme schreibe.

Was hat der Zustand deiner Darmflora mit deiner Erschöpfung zu tun?

Ganz klar: eine Menge.

Du solltest nicht nur wegen der o.g. unerfreulichen Beschwerden deine Darmflora in Ordnung bringen. Denn auch die Ursache für Abgeschlagenheit und Erschöpfung kann genau hier begraben liegen.

Warum?

Eine gestörte Darmflora verhindert die optimale Aufnahme von Nährstoffen. Punkt.

Dieser Satz sagt eigentlich schon alles aus. Erklärt sich von selber, oder? Aber ich will dennoch etwas ausführlicher darauf eingehen:

Um gesund und leistungsfähig zu sein, benötigst du  ausreichend Nährstoffe in deinem Organismus. Damit meine ich vor allem die Stoffe, die dein Hausarzt in deinem Blut nicht misst. Vitamine, Mineralstoffe und Aminosäuren.

Fehlen dir einige von diesen Nährstoffen, ist dein Körper z.B. nicht in der Lage ausreichend Neurotransmitter zu bilden, die für deinen Antrieb (z.B. Dopamin) oder deine Stimmung (z.B. Serotonin) zuständig sind.

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Beispiel?

Stellen wir uns vor, dein Darm ist gesund. Du ernährst dich optimal mit viel Gemüse, etwas Obst, gesunden Fetten, Eiern und etwas Fleisch/Fisch. Dann passiert Folgendes in deinem Körper:

Tyrosin —> Eisen, Folsäure, Vit. C —–> L-DOPA —–> Vit. B6, Magnesium —–> Dopamin

Tyrosin ist eine Aminosäure (z.B. aus Fleisch).In Kombination mit Eisen, Folsäure und Vitamin C bildet der Körper aus ihr L-DOPA. Aus L-DOPA baut er wiederum mit Hilfe von Vitamin B6 und Magnesium: Dopamin!

Ein von uns sehr begehrter Neurotransmitter. Er ist  für Antrieb und Motivation zuständig.

Erinnerst du dich noch, als du vor langer Zeit einmal mit einer Beschäftigung einfach nicht aufhören wolltest? Und am nächsten Tag vor lauter Vorfreude nur noch daran denken konntest, diese Beschäftigung endlich weiterzuführen?

Das war Dopamin. Du willst es zurück. Wetten?

Doch ist deine Darmflora nicht in Ordung, nimmt sie unter Umständen weder Tyrosin noch die blauen Helferlein ausreichend auf. Du kannst also gar nicht genug Neurotransmitter bilden. Das gilt natürlich auch  für sämtliche andere Vorgänge im Körper, bei denen Nährstoffe benötigt werden.

Ich will eine gesunde Darmflora!

Das bekommen wir hin.

Als erstes empfehle ich dir eine ausführliche Darmflora-Analyse. Sprich deinen Hausarzt darauf an. Wenn er keine Notwendigkeit für diese Untersuchung sieht, kannst du auch auf eigene Kosten einen Test bestellen. Wenn du privat versichert bist, erstatten die Kassen die Kosten hierfür oft. Zur späteren Verlaufskontrolle würde der günstigere Heimtest je nach Befund reichen.

Stelle deine Ernährung um. Esse RICHTIGE Nahrung. Verabschiede dich von Fast-Food, Alkohol und Zucker. Reduziere Kaffee. Vermeide es, etwas in dich reinzustopfen, was vorher eine industrielle Verarbeitung nötig gemacht hat. Das sind z.B. alle Fertig-Gerichte, Wurst-Produkte, Chips, Fertigsoßen, zuckerhaltige Getränke usw.

Orientiere dich an „Clean-eating“ oder auch „Paleo“. Also nährstoffreiche Nahrung. Werde aber nicht zum Fanatiker. Wenn du mal eine Pizza isst, stirbst du nicht. Es sollte nur die Ausnahme sein.

Achte darauf, möglichst kein oder nur selten Getreide zu essen. Getreide enthält Gluten. Das wiederum löst in deinem Körper die Produktion von Zonulin aus. Zonulin ist in der Lage, die engen Verbindungen der Zellen in deiner Darmschleimhaut zu zerstören. Die Folge = „leaky gut“. Ein „löchriger“ Darm. Das willst du nicht.

Esse täglich fermentiertes Gemüse. Es ist für den Darm leichter verdaulich, nährt die guten Bakterien und bringt dadurch auf natürliche Art den Effekt, den wir wollen.

Der Klassiker ist frisches Sauerkraut. Nicht das Zeug aus der Dose oder im Beutel. Das bringt nichts. Es ist erhitzt. Du erhältst rohes Sauerkraut mit all den guten Bakterien im Bioladen oder in Hofläden.

Du kannst unterschiedliches Gemüse auch ganz einfach selber fermentieren. Dann hast du mehr Auswahl. Denn aus mir unverständlichen Gründen ist dieser Trend in den Supermärkten noch nicht angekommen.

Wenn du dir im Moment eine Darmflora-Analyse finanziell nicht leisten kannst, setze die anderen Punkte auf jeden Fall um. Und esse noch mehr von dem fermentierten Gemüse. Mach dir das Gemüse unbedingt selber. Das kostet nicht viel und bringt sogar Spaß!

Ich werde in einem anderen Artikel noch intensiver auf fermentiertes Gemüse eingehen. Du willst schon mal loslegen? Super! Zum Ausprobieren und schnell umsetzen ist dieses einfache Sauerkraut-Rezept perfekt:

Selber gemachtes Sauerkraut

Du benötigst für eine kleine Portion von 2 kleineren Einmach-Gläsern:

  • 1 kg Weißkohl
  • 1/2 – 1 EL naturbelassenes Salz
  • 2 Einmach-Gläser mit Deckel 
  • 2 kleinere Gläser zum Beschweren
  • Stampfer 
  • Messer oder Gemüsehobel
  • große Schüssel
  1. Weißkohl hobeln, mit Salz  vermischen und mit den Händen gut kneten, bis Saft austritt.
  2. Gläser und Deckel gründlich reinigen und mit heißem Wasser ausspülen. Hände mit milder Seife oder auch nur warmen Wasser reinigen. Auf keinen Fall antibiotische Reinigungsmittel verwenden!
  3.  Etwas von dem gut durchgeknetetem Sauerkraut in das Glas füllen und mit dem Stampfer fest runterdrücken. Dabei tritt doch mehr Flüssigkeit aus. Schichtweise so vorgehen. Das Glas bis etwa 5cm unter den Glasrand füllen. Die Flüssigkeit sollte über dem Kraut stehen. Mit einem Kohlblatt gut abdecken und nach unten drücken. Das Kohlblatt dient dazu, dass das Kraut nicht an die Oberfläche der Lake dringt.
  4. Das zweite, kleinere Glas mit Wasser füllen und auf das Kohlblatt setzen. Es dient als Beschwerer. Mit einem sauberen Tuch abdecken. Am besten auf ein Tablett o.ä. stellen. Beim Fermentieren kann es passieren, dass etwas Flüssigkeit über den Rand „blubbert“.
  5. Bei Zimmertemperatur  stehen lassen. Täglich kontrollieren, ob das Kraut durch die Gärung nach oben dringt. Bei Bedarf wieder runterdrücken.  Nach 4 Tagen anfangen zu probieren. Je kleiner das Glas, desto schneller ist das Sauerkraut fertig. Das ist der Fall,  wenn es angenehm säuerlich, aber nicht beißend nach Essig schmeckt. Es soll etwas weicher sein, aber noch Biss haben. Und leicht glasig und gelblich aussehen.
  6. Das fertige Sauerkraut im Kühlschrank oder im Keller aufbewahren. Evtl. in kleinere Gläser umfüllen. Die übrige Lake nachgießen. Es ist bis zu einem Jahr haltbar.

Du kannst damit experimentieren. Für einen einfachen Rohkost-Salat fügst du z.B. geraspelte Zwiebel, Karotten, Zucker, Pfeffer und Olivenöl dazu.

Wenn du zwischendurch probierst, benutze Holz- oder Plastikbesteck. 

WICHTIG: das Kraut muss immer von Lake bedeckt sein. Bei Bedarf herunterdrücken, so dass die Lake wieder über die Oberfläche steigt. Es können Ablagerungen an der Oberfläche auftreten, was in der Regel harmlos ist. Nur Schimmel muss abgeschöpft werden. Du musst deswegen nicht alles wegschmeißen. 

Natürlich kannst du es auch mal erhitzt zu dir nehmen. Sei dir nur bewusst, dass die gesundheitliche Wirkung auf den Darm dann nicht mehr vorhanden ist. Durch die Hitze sterben die guten Bakterien ab.

Hier noch eine Video-Anleitung für dich:

Jetzt hast du die wichtigsten Basics zur Behandlung einer gestörten Darmflora. Nimm dieses Thema bitte ernst, es ist wirklich wichtig!

Ich bin mir sicher, dass ein gesunder Darm (neben anderen Maßnahmen) unabdingbar für die Heilung der allermeisten Krankheiten und Befindlichkeitsstörungen ist. Seine Aufgabe ist einfach zu wichtig in unserem Organismus. 

Hast du noch Fragen? Zögere nicht, mich über die Kommentar-Funktion anzuschreiben. So haben auch andere gut davon :).

Das Wichtigste in Kürze

Mache einen ausführlichen Darmflora-Status

Nimm das auf dich abgestimmte Produkt

Ernähre dich nach dem Prinzip „Clean-Eating“ oder „Paleo“

Vermeide  Getreide. Reduziere es zumindest  sehr stark

Esse täglich fermentiertes Gemüse

Danke, dass du den Artikel zu Ende gelesen hast. Klasse!

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4 Kommentare, sei der nächste!

  1. Ich habe auch schonmal Sauerkraut gemacht , mit einer Mischung aus Rotkohl und Weisskohl , sowie Gewürzen. Für mich gibt es kaum etwas leckereres, das Kraut spricht einfach alle Geschmacksknospen auf einmal an.

    1. Ja, Sauerkraut ist super! Und wirklich total einfach herzustellen. Mit Rotkohl habe ich es noch nicht versucht, werde ich demnächst mal angehen. Guter Tipp 🙂

  2. Guten Tag
    Herzlichen Dank für Ihre Bemühungen, super Artikel! Auch ich habe ständig einen aufgeblähten Bauch. Deshalb habe ich Ihre Anleitung ausprobiert :). Habe den Sauerkraut nun in den Kühlschrank getan. Hat bis jetzt alles super funktioniert. Juhuu :). Nur habe ich jetzt bemerkt dass die Salzlake am Verdampfen ist. Ist das normal und muss ich jetzt noch Salzlake nachfüllen?

    Liebe Grüsse

    1. Hallo Tina,

      ja, die Salzlake immer nachkippen, wenn sie so arg verdunstet. Mir hat übrigens am Besten das Fasten und im Anschluss intermittierendes Fasten gegen den Blähbauch geholfen ;).

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