Nebennieren-Schwäche – eine häufige Ursache für ständige Erschöpfung

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Wenn du unter dauerhafter Erschöpfung leidest, tust du gut daran, dich mit dem Thema Nebennieren-Schwäche näher zu befassen.

Mittlerweile ist die Nebennieren-Schwäche schon relativ bekannt. Viele Menschen, die mit ständiger Erschöpfung kämpfen und auf der Suche nach den Ursachen dafür sind, stoßen früher oder später auf dieses Thema.

Ich fasse in diesem Artikel die meiner Meinung nach wichtigsten Fakten zur Nebennieren-Schwäche (NNS) zusammen. Vielleicht erkennst du dich wieder und ziehst eine entsprechende Diagnostik in Betracht.

Die gute Nachricht: mit einer ordentlichen Portion Selbstdisziplin kannst du in Selbstbehandlung eine wirksame Besserung deiner Symptomatik erzielen. Bis hin zur vollkommenen Regeneration der Nebennieren. Nicht jedem Betroffenen ist es möglich, sich in Behandlung eines wirklich guten Heilpraktikers zu begeben.

Was bedeutet Nebennieren-Schwäche?

Die Nebennieren sitzen wie eine Haube auf der Niere. Ähnlich wie das Schoko-Teil beim Mandelhörnchen. Sie haben mit den Aufgaben der Niere nichts zu tun, sondern produzieren wichtige Hormone, wie z.B. Cortison, Aldosteron, DHEA und Sexualhormone. Im Nebennierenmark werden Adrenalin und Noradrenalin gebildet.

Hast du nun länger andauernden Stress egal welcher Art (körperlich, seelisch, krankheitsbedingt), können die Nebennieren erschöpfen. Chronischer Stress lässt die Nebennieren auf Hochtouren laufen. Irgendwann sind sie nicht mehr in der Lage, ausreichend – dich leistungs- und widerstandsfähig machende –  Hormone zu produzieren.

Mögliche Anzeichen der Nebennieren-Schwäche

  • Schwierigkeiten, morgens aus dem Bett zu kommen (du zögerst das Aufstehen bis zum letzten Moment raus)
  • Ständige Müdigkeit trotz ausreichenden Schlafs (du wachst bereits erschöpft auf, bist morgens total platt)
  • Verlangen nach Salz oder salziger Nahrung (Chips, Käse, nachsalzen usw.)
  • Mangel an Energie (alles ist anstrengend, eine lästige Pflicht. Auch die Dinge, die du früher gerne tatest)
  • Die Bewältigung der täglichen Aufgaben erfordert eine größere Anstrengung als bei anderen Menschen.
  • Nachlassende Libido (Brad Pitt ist wieder Single und klingelt an deiner Tür. Du machst nicht auf.)
  • Höhere Stressanfälligkeit (Kleinigkeiten nerven dich, lassen dich schon aus der Haut fahren. Du trinkst mehr Kaffee, Cola, rauchst mehr oder nimmst Tabletten)
  • Längere Dauer, um sich von einer Krankheit, Verletzung oder einem seelischen Schock zu erholen (Du wirst die Erkältung einfach nicht so richtig los, kleine Verletzungen heilen sehr langsam ab. Dein Haustier stirbt und du bist nach zwei Jahren noch todtraurig darüber)
  • Schwindelgefühl nach schnellem Aufstehen (du stehst vom Sofa auf und glaubst, gleich umzukippen)
  • Depressive Phasen (Du glaubst, dass es sowieso nie wieder besser wird und alles sinnlos ist)
  • Weniger Spaß oder Glücksgefühle (Dich interessiert kaum noch was. Etwas einfach nur aus Spaß zu tun ist kaum noch drin)
  • Stärkere Menstruationsbeschwerden (Wassereinlagerungen, totale Erschöpfung, griesgrämig, Hunger auf Schoki…)
  • Stärkere Symptome, wenn Mahlzeiten ausgelassen werden oder zu klein sind (Du isst viele Snacks zwischendurch)
  • Denkstörungen, verschwommene Gedanken (Du verlierst häufig den Faden, Entscheidungen zu treffen wird immer schwerer)
  • Schlechte Erinnerung (Du bist total zerstreut)
  • Geringe Toleranzschwelle (andere Menschen ärgern dich total und machen dich wütend)
  • Noch weniger Energie am Nachmittag zwischen 15:00h und 16:00h (Du hast das Gefühl, in dieser Zeit aus Versehen eine Schlaftablette geschluckt zu haben)
  • Besserung nach dem Abendessen (Nach 18:00h und einer Mahlzeit fühlst du dich am fittesten)
  • Höhere Infektanfälligkeit

Ursachen der Nebennieren-Schwäche

In der Regel wird die Nebennieren-Schwäche durch Stress verursacht. Das kann Stress physischer, emotionaler oder auch psychischer Natur sein. Aber auch durch Umwelteinflüsse oder Infektionen. Die Nebennieren reagieren auf jede Art von Stress in gleicher Weise.

Einschneidende Erlebnisse, wie z.B. der Tod eines nahestehenden Menschen oder eine schwere Erkrankung, problematische Trennung/Scheidung verursachen den größten Stress.

Er kann jedoch auch weniger dramatisch auftreten, wie z.B. durch extreme körperliche Anstrengung, Streit mit der besten Freundin/Freund, Probleme am Arbeitsplatz oder auch Umweltgifte usw. Treten hiervon unglücklicherweise mehrere  Auslöser gleichzeitig auf, können sie sich gegenseitig verstärken und chronisch werden. Nun haben die Nebennieren kaum eine Chance, sich wieder ausreichend zu erholen. Die Hormonproduktion reduziert sich immer mehr und es kommt zu o.g. Symptomen.

Eine Nebennieren-Schwäche entsteht, wenn du mehr Stress hast als dein Körper (durch die in den Nebennieren produzierten Hormone) wieder regulieren kann. Meine Nebennieren haben durch schwere Schlafstörungen schlapp gemacht.

Stressauslöser, die sich auf die Nebennieren auswirken

  • Tod eines geliebten Menschen/Tieres
  • Chronische Infektionen
  • Allergien
  • Überanstrengung
  • Rauchen
  • Schlafmangel
  • Schlechte Ernährung
  • zu wenig Bewegung
  • Medikamente
  • Partnerschaftskonflikte
  • Koffein
  • Angst
  • Negative Grundeinstellung
  • Zu wenig Entspannung
  • Mobbing
  • Finanzieller Druck
  • Umweltgifte
  • Druck bei der Arbeit

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Kann dir dein Hausarzt helfen?

Bis vor ein paar Jahren ging es mir wirklich sehr schlecht. Ich schlief jede Nacht nur ein paar Stunden. Manchmal auch gar nicht. Und wenn ich dann endlich mal schlief, zeigte sich häufig meine zweite Schlafstörung, der Pavor Nocturnus. Das bedeutet, dass ich, wenn ich denn mal eine Tiefschlafphase erreicht hatte, panikartig mit rasendem Herzschlag aufsprang und für ein paar Sekunden desorientiert war. Schöne Scheiße. Ich hatte wirklich Angst, das nicht mehr lange durchzuhalten und irgendwann daran zu sterben. Ich wusste schließlich, dass Cortisol (Stress!) auch das Todeshormon genannt wird.

Also suchte ich die Hilfe meines Hausarztes. Die Kurzfassung: Er guckte mich mit großen Augen an und spielte meine Ängste runter (zu der Zeit hatte ich bereits den unsichtbaren Psycho-Stempel von ihm erhalten). Von Nebennieren-Schwäche hätte er noch nie etwas gehört. Das sei schulmedizinisch nicht anerkannt und somit eine erfundene Krankheit. Er würde nur die Addison-Krankheit kennen. Die hätte ich aber nicht. Aber ein Antidepressivum könne er mir aufschreiben. Ah ja.

Ich behaupte, dir wird es zu 90% ähnlich ergehen.

Wie wird eine Nebennieren-Schwäche diagnostiziert?

Bewährt haben sich 2 typische Marker bei Nebennieren-Schwäche: ein Cortisol-Tagesprofil und das Hormon DHEA. Die Cortisol-Werte werden fünf mal am Tag zu unterschiedlichen Zeiten gemessen. Dadurch wird eine aussagekräftige Kurve abgebildet.

In der Auswertung kannst du erkennen, in welchem Ausmaß deine Cortisol-Werte außer der Norm sind. Bei mir z.B. war der morgendliche Wert  durch die Schlafstörungen stark vermindert. Je nachdem, in welcher Phase der Nebennieren-Schwäche du dich befindest, produzierst du zu viel oder zu wenig Cortisol. Auch das Hormon DHEA ist bei der Nebennieren-Schwäche oftmals vermindert. Einen guten Speicheltest, der beides ineinander vereint, findest du hier.

Behandlung der Nebennieren-Schwäche

Good news: Die Nebennieren-Schwäche ist reversibel. Das bedeutet, vollständig heilbar. Es kann dir in Zukunft wieder richtig gut gehen.

Doch eines vorweg: Du benötigst Geduld und Disziplin. Und du musst bereit sein, die dich schädigende Umstände und/oder Verhaltensweisen in deinem Leben zu ändern. Das kann hart sein. Selbst wenn du einen Arzt findest, der sich damit auskennt, wird der Erfolg der Behandlung von deinem Verhalten abhängen. Es gibt keine Pille, die „das mal eben wegmacht“.  Wenn du nicht dazu bereit bist, kannst du hier aufhören zu lesen.

1. Energiefresser identifizieren

Um zu sortieren, welche Umstände in deinem Leben „gut“ und welche „schlecht“ für dich sind, eignet sich eine Liste. Setze sich alleine hin und sei dir bewusst, dass niemand außer dir diese Liste jemals sehen soll. Du kannst alles ganz ehrlich aufschreiben.

Links notierst du, was dir in deinem Leben gut tut. Z.B. Treffen mit deiner besten Freundin, lesen, gutes Essen, der Englisch-Kurs, Spaziergehen… usw. Wichtig dabei ist, dass du nicht aufschreibst, was dir nach allgemeiner Meinung gut tun würde, sondern nur, was auf dich zutrifft. Rechts trägst du dann die Umstände ein, die dich belasten. Z.B. zu viel im Internet surfen, zu viel Kaffee, Fast-Food, Rauchen, Arbeitsklima, Partnerschaftsstress usw. Überlege gut und sei ehrlich zu dir selber.

Markiere nun in jeder Spalte die fünf wichtigsten Eintragungen und bewerte sie von 1-5. Schau sie dir nochmal ganz bewusst an und versuche genau zu erkennen, was diese Umstände in dir auslösen. Jetzt nimm dir die Nummer 1 aus der Negativ-Liste hervor und beschließe, diese Sache aus deinem Leben zu verbannen. Wenn es nicht zu verbannen ist, verändere es so, dass es für dich akzeptabel ist. Nach dem Motto: Love it, change it or leave it. Setz dir ein Datum, bis wann du dies umgesetzt haben möchtest.

Schwer?

Ja. Doch absolut notwendig. Es geht um dich. Du willst dein Leben zurück.

Bei den positiven Umständen ist es einfacher. Versuche, diese Dinge häufiger als bisher in deinem Leben umzusetzen. Räume den „Kraftgebern“ schrittweise immer mehr Platz ein, während du dich nach und nach von den schlechten löst.

2. Entspannung und Bewegung

Damit ist nicht das Sofa und die Glotze gemeint.

Das Thema Entspannung nervt komischerweise viele Menschen. Es besteht bei vielen eine Abneigung dagegen. Das mag daran liegen, dass es relativ viel Zeit in Anspruch nimmt und das Gefühl entsteht, diese Zeit besser anders nutzen zu können. Ich behaupte es liegt daran, dass du die richtige Methode für dich finden musst. Nicht jeder hat Bock zu meditieren. Ich habe keine Lust auf progressive Muskelentspannung. Suche dir eine Entspannungsmethode, welche zu dir passt und wende sie täglich an.

Mit Bewegung ist nicht Sport im herkömmlichen Sinne gemeint. Dazu bist du im Moment vielleicht auch gar nicht in der Lage. Es reicht, wenn du dich täglich moderat bewegst. Bevorzugt an der frischen Luft. Mache Spaziergänge in der Natur, fahre mit dem Rad zu Arbeit oder zum Einkaufen. Dabei immer wieder tief durchatmen. Alternativ dazu kannst du etwas Gymnastik oder Yoga zu Hause machen.

3. Schlaf

Schwierig. Erholsamer Schlaf ist für die Regeneration der Nebennieren von entscheidender Bedeutung. Aber Schlafstörungen sind auch ein Symptom der Nebennieren-Schwäche.

Wenn du eine Nebennieren-Schwäche hast, solltest du vor 23:00 Uhr schlafen. Sonst würde dich um diese Zeit ein neuer Energieschub erfassen, welcher dich erst recht am Einschlafen hindern würde. Schlafe aus, so oft es dir möglich ist. Das Erholungspotential des Schlafes zwischen 07:00 Uhr und 09:00 Uhr ist nicht zu unterschätzen.

Es kann hilfreich sein, bei Schlafstörungen ein „Spätstück“ zu essen. Ein Snack mit Eiweiß, nichtraffinierte Kohlenhydrate und Fett. Z.B. eine kalte Kartoffel mit Käse oder Quark. Das Thema Schlafstörungen würde in diesem Artikel den Rahmen sprengen. Es verdient einen eigenen Artikel.

Ernährung

Es wird dich nicht wundern, dass dieses Thema zentral ist. Verabschiede dich von Kaffee (ja, leider konsequent), Fast-Food, Zucker und sämtlichen Dingen, die keinen wirklichen Nährwert haben. Esse richtige Nahrung. Was das bedeutet, lernst du, wenn du dich mit dem Thema Paleo beschäftigst.

Damit ist auf keinen Fall low carb gemeint. Das funktioniert bei Nebennieren-Schwäche nicht. Macht es sogar noch schlimmer. Du benötigst mit einer Nebennieren-Schwäche Kohlenhydrate. Aber nicht die aus Honigtoast, sondern die aus Kürbis, Karotten, Obst usw. Wenn du es verträgst, kannst du auch kleine Mengen an glutenfreien Getreiden einbauen (Reis, Buchweizen,Quinoa, Hirse usw.) Das ist dann allerdings nicht mehr Paleo. Muss es ja auch nicht zwanghaft.

Esse ausreichend, regelmäßig und zu jeder Mahlzeit nährstoffreich mit hohem Gemüseanteil. Salze deine Mahlzeiten großzügig.  That´s it.

Nahrungsergänzungen

Nahrungsergänzungen sind ein wichtiges Thema im Heilungsprozess der Nebennieren. Sie unterstützen die Nebennieren in ihrer Hormonproduktion. Die wichtigsten sind:

  • Vitamin C
  • Vitamin E
  • B-Vitamine
  • Magnesium
  • Kalzium
  • Spurenelemente

Eine besondere Bedeutung kommt dem Ashwagandha, einem Adaptogen, zu. Adaptogene sind Substanzen, die dem Körper helfen, ins Gleichgewicht zu kommen. Ist der Cortisol-Spiegel beispielsweise zu niedrig, wird er erhöht. Wenn er zu hoch ist, wird er gesenkt. Der Cortisol-Spiegel wird also normalisiert, egal ob er zu hoch oder zu niedrig ist. Adaptogene eignen sich hervorragend zur Behandlung der Nebennieren-Schwäche!

Der Genesungsverlauf

Dieser Artikel kann natürlich keinen kompletten Fahrplan für deine Behandlung bieten. Er zeigt dir aber eine Richtung auf. Wenn du an einer Nebennieren-Schwäche leidest solltest du dich unbedingt intensiv in das Thema einlesen. Ich kann dir wärmstens das Buch „Grundlos erschöpft“ empfehlen. Es ist gut verständlich geschrieben und beinhaltet alles, was zu zur (Selbst-) Behandlung wissen solltest. Die meisten Ratschläge aus diesem Artikel stammen auch aus diesem Buch.

Eine Nebennieren-Schwäche ist nicht in ein paar Wochen durchgestanden. Wenn es dich schwer erwischt hat, kann es bis zu zwei Jahre dauern, bis du dich als vollkommen genesen betrachten (und vor allem fühlen!) kannst. Erfolge wirst du natürlich schon schneller spüren. Doch lass dich nicht entmutigen, wenn du zwischendurch das Gefühl bekommst, es geht nicht mehr voran. Oder noch schlimmer: es geht dir zwischendurch wieder schlechter. Das ist normal bei diesem Gesundheitsproblem. Gib niemals auf! Am Ende wirst du dafür belohnt werden, dass du Selbstverantwortung für deine Gesundheit übernommen hast.

Danke, dass du den Artikel zu Ende gelesen hast. Klasse!

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