Bad news für Vegetarier: Knochenbrühe ist ein Zaubertrunk!

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„Oh, was gibt´s denn heute Leckeres bei euch?“ fragt mein Besuch und hebt freudig erregt den Deckel des großen Topfes auf dem Herd.

Ich muss grinsen, denn der Ausdruck neugieriger Vorfreude weicht schlagartig einem gewissen Entsetzen beim Anblick des Inhaltes im Topf. „Was ist DAS denn??“ fragt sie und schaut mich irritiert an. „Das“ sage ich, „ist Knochenbrühe. Richtig geiles Zeug!“

(Um es klar zu stellen: Ich mag Vegetarier und auch Veganer. Ich habe selber eine Zeit vegetarisch gelebt. Moralisch ging es mir damit sogar besser. Aber das ist ein anderes Thema zu einer anderen Zeit.)

Seit ich mich darüber belesen habe, wie enorm gesund die richtig hergestellte Knochenbrühe ist, habe ich immer welche im Gefrierschrank parat. Anfangs scheint der Aufwand viel zu hoch. Doch das täuscht. Knochenbrühe ist unheimlich schnell und einfach zuzubereiten. Und das köcheln übernimmt der Herd.

Lass dich überzeugen:

Warum Knochenbrühe?

1. Kollagen und Gelatine

Seit jeher kochen die Menschen die kollagenreichen Knochen, Häute und Gewebe von Tieren. Nicht nur, um sich zu nähren, sondern auch um aus dem Kollagen Gelatine zu gewinnen. Kollagen und Gelatine sind die Basis für starke Knorpel, Gelenke und Knochen und auch Eingeweiden. Kollagen ist der Hauptbestandteil des Bindegewebes und der natürliche Klebstoff des Körpers.

Fehlt Kollagen, wird dies mit zunehmenden Alter schmerzlich sichtbar: Knochen und Gelenke verschleißen und die Haut verliert ihre Spannkraft. Es bilden sich Falten und Tränensäcke.

2. Aminosäuren

In der Gelatine sind die Aminosäuren Glycin, Glutamin, Prolin und Alanin enthalten. Sie haben viel mit den positiven Effekten der Knochenbrühe zu tun.

Glycin trägt zur Muskelbildung und zur Energiegewinnung bei. Es fördert die Wundheilung und reguliert den Blutzuckerspiegel und Energiepegel. Es hilft bei Unterzuckerung, dem chronischen Müdigkeitssyndrom, Anämie und anderen, mit Energiemangel verbundene Störungen. Weiterhin wird die Entgiftung unterstützt, da es die Leber schützt.

Glutamin fördert u.a. die Gesundheit des Darms und stärkt das Immunsystem. Es repariert und untersützt das Neuwachstum der Dünndarmzotten. Diese ermöglichen die Nährstoffaufnahme im Darm. Also besonders wichtig für Leute mit Morbus Crohn, Zöliakie oder auch Leaky Gut.

Dazu kommen noch Prolin und Alanin. Prolin ist wichtig für die Kollagen- und Knorpelbildung. Es ist reichlich in tierischem Eiweiß vorhanden. Somit ist ein Mangel bei „Nicht-Veganern“ selten. Alanin unterstützt die Leber und den Citratzyklus, welcher dem Abbau von Fett, Eiweiß und Kohlenhydraten dient. Ein guter Spiegel kann die Muskelmasse und die Ausdauer steigern. Nicht nur für Sportler interessant, sondern wichtig für Menschen mit schwachen Muskeln und Bewegungsstörungen.

3. Vitamine und Mineralstoffe

Ein Grund, warum die Knochenbrühe so viele Stunden kochen sollte (auf dem Herd 12-24 Stunden) ist der hohe Mineralstoffgehalt, der dadurch aus den Knochen gelöst wird.

Kalzium, Magnesium Phosphor und Kalium werden freigesetzt, wenn die Knochen durch das Sieden weich werden und zerfallen. Auch Konjugierte Linolsäure (CLA) und Alpha-Linolensäure (ALA) sind reichlich enthalten. Die Menge hängt davon ab, wie lange die Brühe gekocht wird, ob die Knochen von Tieren aus ökologischer Haltung stammen und wie gesund die Tiere waren.

Heilende Wirkung von Knochenbrühe

Knochenbrühe lindert, heilt und verhindert nachweislich Entzündungen und ihre eigentlichen Ursachen. Chronische Entzündung ist häufig ein Schlüsselsymptom schwerer Krankheiten wie Diabetes, Herzkrankheiten, Schlaganfall, Arthritis, Osteoporose, Mukoviszidose, Fibromyalgie, Depression und Angst!

Neuere Forschungen haben festgestellt, dass depressiv erkrankte Menschen sehr häufig erhöhte Entzündungswerte durch unentdeckte Entzündungsherde aufweisen. Nach Gabe von Antibiotika verschwanden neben der Entzündung häufig auch die depressiven Symptome. Eine Erklärung, warum kolloidales Silber auch bei Depressionen erfolgreich eingesetzt wird!

Bei einem durchlässigen Darm, dem Leaky-Gut-Syndrom hilft das enthaltene Glutamin, die Darmwand zu schützen und damit die wichtigste Ursache der Krankheit zu beseitigen. Ebenso bei Zöliakie  lindert das Glutamin die Beschwerden und verhilft zu besserer Nährstoffaufnahme im Darm.

Bei Dünndarmfehlbesiedelung (DDFB) und dem Reizdarmsyndrom kann Knochenbrühe sehr wohltuend sein. Die entzündungshemmende Wirkung trägt dazu bei, die Darmschleimhaut zu regenerieren, den Magen-Darm-Trakt zu beruhigen und das bakterielle Gleichgewicht wiederherzustellen. Ärzte empfehlen hier bevorzugt die Hühnerbrühe als langfristige Therapie.

Knochenbrühe macht schön!

Das in der Knochenbrühe enthaltene Kollagen fördert nicht nur die Gesundheit, sondern wirkt sich auch auf deine Optik aus. Nimmst du täglich Knochenbrühe zu dir, kann das unglaubliche Effekte auf Haut, Haare und Nägel haben. Du kannst dir noch so viel Kollagen mittels Creme und Tinktur auf die Haut schmieren, innerlich angewendet wirkt es viel intensiver!

Weitere Goodies

  • Knochenbrühe verspricht dir mehr Energie durch die wertvollen Inhaltsstoffe
  • Du schläfst besser durch das enthaltene Glycin
  • Erkältungen verschwinden (insbesondere bei Hühnersuppe)
  • Erhöhte Fitness und Heilung von Verletzungen durch die enthaltenen Nährstoffe
  • Gewichtsabnahme durch wenig Kalorien und echte „Nährung“ des Körpers

Die richtige Wahl der Knochen

Du solltest jetzt nicht voller Tatendrang in den nächsten Supermarkt laufen und dir von der Theke Knochen kaufen. Denn all die oben erwähnten positiven Wirkungen können nur durch die richtigen Knochen entstehen. Du brauchst Knochen, die ein Maximum an Gelatine, Nährstoffen und Aroma liefern. Und es ist ungemein wichtig, woher die Knochen kommen.

Die Knochen müssen von gras-gefütterten Tieren stammen. Wenn du Knochen von Tieren nimmst, die ihr Leben in einem Stall verbracht haben und mit Getreide gefüttert wurden (wie die meisten), verschlimmert eine Brühe aus ihren Knochen deine bereits vorhandenen gesundheitlichen Probleme!

Also: mach dir etwas Mühe und finde heraus, wo du Knochen vom Weiderind bekommst. Frage im Bekanntenkreis herum, im Bio-Laden,  google danach. Ein gutes Stichwort: Galloway-Rinder. Das Gute ist: Knochen sind für Jedermann erschwinglich. Auch in Bio-Qualität.

Das folgende Rezept für eine einfache Knochenbrühe finde ich am besten. Da kann nichts schief gehen und sie liefert alles, was du benötigst. Es stammt aus dem Buch „Superfood Knochenbrühe“, welches tiefer in die Thematik einsteigt und viele tolle Rezept-Ideen enthält.

Einfache Knochenbrühe – Rezept

Zutaten:

2,25 kg rohe Knochen

4,75 l Wasser

2 EL Apfelessig (wichtig zum Lösen der Mineralien)

1 EL Salz (nach Belieben)

Optional 2 Lorbeer-Blätter und Suppengemüse

Zubereitung:

  1. Knochen waschen und in einen großen Topf geben
  2. Wasser, Essig und Salz zufügen, zugedeckt einmal aufkochen
  3. Hitze reduzieren und 12-24 Stunden auf dem Herd sieden lassen. Bei Bedarf Wasser nachgießen.
  4. Knochen herausnehmen, absieben und erkalten lassen
  5. In Portionen abfüllen (Gefrierbeutel) und einfrieren

Das Suppengemüse erst in der letzten halben Stunde dazugeben. Es zerkocht sonst total und alle Nährstoffe und der Geschmack gehen flöten. Du kannst das Gemüse auch ganz weglassen und erst zufügen, wenn du die Knochenbrühe später zubereitest.

Das Gemüse ist „nur“ für den Geschmack und zusätzliche Vitamine da. All die oben genannten positiven Wirkungen kommen alleine von den Knochen! Allerdings muss ich sagen, dass mir die Brühe pur nicht so sehr schmeckt. Deswegen würde ich sie immer in Verbindung mit Gemüse trinken.

Du kannst die eingefrorene Knochenbrühe immer nach jeweiligem Bedarf verwenden. Entweder du erhitzt und trinkst sie oder du fügst sie einfach deinen Gerichten bei. Sie bereichert Soßen, Suppen und Eintöpfen, Gulasch und Bolognese geschmacklich und bezüglich des Nährwertes.

Ach ja, wenn dich die lange Kochzeit abturnt habe ich eine gute Nachricht: Du kannst die Knochenbrühe auch wunderbar in einem Dampfdrucktopf herstellen. Dann ist sie in etwa 3 Stunden fertig 🙂

Hast du noch Fragen oder möchtest du von deinen Erfahrungen mit Knochenbrühe berichten? Ich freue mich über deinen Kommentar unter dem Artikel.

Danke, dass du den Artikel zu Ende gelesen hast. Klasse!

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9 Kommentare, sei der nächste!

  1. Hallo Doris, auf meinem Herd köchelt gerade meine erste Knochenbrühe. Erfreulicherweise habe ich hier im Ort einen Metzger, der seine Produkte direkt vom Hof bezieht – von frei laufenden Tieren. Dort habe ich mir vorhin ein Kilo Markknochen gekauft (Kosten: ca. 5 Euro), und die köcheln jetzt bis morgen Mittag.
    Nun habe ich eine Frage:
    Wie viel Brühe sollte man pro Tag verzehren?
    Viele Grüße
    Renate

    1. Hallo Renate,

      vielen Dank für deinen Kommentar 🙂 Das ist ja toll, dass du eine so gute Quelle hast und gleich loslegst. Optimal wäre eine Tasse am Tag, nach oben ohne Limit. Aber auch, wenn du es nicht immer schaffst bzw. magst gilt: so oft es geht. Es ist geschmacklich auch nicht jedermanns Sache, wobei es da um die pure Brühe geht. Ich finde es super, die Brühe mit Gemüse und Gewürzen aufzumotzen oder auch einfach in Eintöpfe, Fleischsoßen usw. zu mischen.

  2. PS: Ich habe doch tatsächlich vergessen, mich für deinen Artikel zu bedanken. Das hole ich hiermit nach: Herzlichen Dank dafür!
    Gott sei Dank hatte ich Apfelessig im Haus …

  3. Hallo Doris, wir trinken in der Familie jeden Tag je 1 Tasse Knochenbrühe.
    Wenn Dir die Brühe nicht schmeckt, hätte ich ein paar Tipps!

    Salz verhindert die Osmose zum Auslösen der meisten Stoffe in den Knochen, zusätzlich wird das Salz in Verbindung mit dem Köcheln manchmal bitter. Deswegen Salz erst kurz vor dem Essen hinzugeben. Wichtig: nehmt bitte kein raffiniertes Salz: richtiges Steinsalz sollte es sein, denn im 0815 Salz sind Zusatzstoffe enthalten (Rieselfähigkeit etc); diese Zusatzstoffe beeinträchtigen massiv den Geschmack der Brühe!

    Wir rösten unsere Knochen und das Gemüse noch in der Pfanne oder Im Backofen an. Damit schmeckt die Brühe herzhafter und lässt sich auch pur trinken.

    Je Liter Wasser nehmen wir 1-2 EL Apfelessig zum Auslösen der Inhaltsstoffe aus den Knochen. Diesen Vorgang erreicht man am ehesten in eiskaltem Wasser. Wir lassen unsere Knochen meist 90-120 Minuten im kalten Wasser ziehen und erhitzen es dann auf dem Herd.
    Gerade Gelatine und ähnliche Stoffe brauchen bis zu 18h um aus den Knochen ausgelöst zu werden, deswegen packen wir dann unsere Knochenbrühe 22 Stunden in einen SousVide-Kocher. Hier kann ich die Temperatur perfekt einstellen.
    Aus unserer Erfahrung sollte die Temperatur nicht über 80° liegen. Unsere Brühe wird sonst bitter und schmeckt echt zum k…..
    Das Gemüse geben wir erst nach den 22 Stunden zu: Knochen raus (evtl. noch das Mark auskratzen), Gemüse und Gewürze rein und dann nochmals 2 Stunden köcheln lassen.

    Wir testen seit einigen Jahren diverse Arten für die Knochenbrühe: mit diesem Rezept haben wir die besten Erfahrungen gemacht.

    Kleiner Tipp am Rande: mit Schweine-, Rinder- oder auch Hühnerfüssen bekommt man noch mehr Gelatine etc. Einfach mal beim Metzger nachfragen. Wir nehmen für 7 Liter Knochenbrühe immer 1kg Füße, 1kg Suppenknochen und 1kg Markknochen.

    Wenn Du mehr Tipps möchtest: gerne per PN

    Liebe Grüße
    Michael

    1. Hallo Michael,
      Danke für deinen Kommentar und die super Tipps! Wenn du noch mehr Tipps auf Lager hast, die du öffentlich machen möchtest, dann doch gerne hier über die Kommis. Ich würde mich freuen 😉

    2. Lieber Michael,

      ich liebe Dein Rezept!:-) Eine kurze Frage: wie lange und bei wieviel Grad Celsius lässt Du Deine Knochen im Backofen rösten?
      Ach ja….ich habe zu meinem Geburtstag einen Slow Cooker geschenkt bekommen, da Du aber einen Sous-Vide-Kocher hast, wollte ich Dich fragen, ob ich auch meine Knochen für ca 22 Stunden „slowcooken“ sollte und wenn ja, bei welcher Einstellung? Bei meinem kann man zwischen Low und High wählen. Ich tendiere ja zu Low, aber was sagst Du dazu?

      Ich würde mich sehr über ein paar Tipps von Dir freuen! Vielen Dank im Voraus!
      Corina

  4. Hallo.

    Könnte man das ganze auch in einem Crock Pot (Slowcooker) machen? Das wäre insgesamt noch viel einfacher da man nicht auf Temperatur etc achten muss.

    Viele Grüße

    Stefan

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