Burnout ist messbar!

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Burnout ist messbar. Schon gewusst? Der folgende Artikel ist interessant für dich, wenn du dich fragst, womit du es beim Burnout eigentlich zu tun hast. Und was du dagegen machen kannst.

Es ist bitter. Die Zahl der Burnout-Erkrankten in Deutschland steigt stetig. Die Reha-Kliniken platzen von Betroffenen. Die Wartezeit für einen Reha-Platz beträgt Monate.

Und nein. Du musst kein Manager oder Geschäftsführer sein. Du benötigst keine 70 Stunden Woche. Und du musst auch nicht „vorher für deinen Job gebrannt haben“, um am Ende ausgebrannt zu sein.

Diese einseitigen Berichte über scheinbar hochveranlagte Menschen, die in leitenden Positionen tätig sind, gehen mir echt auf die Nerven.

Du hast dich nicht von morgens bis tief in die Nacht und am Wochenende halb tot gearbeitet? Hast keine Leitungsfunktion? Was? Trotzdem Burnout? Kann doch gar nicht angehen!

Mich hat es vor ein paar Jahren ganz simpel als Angestellte mit einer 38,5 Stunden-Woche erwischt.

Wie kann sich ein Burnout äußern?

Burnout passiert langsam. Schleichend. Lange Zeit merkst du gar nicht, was mit dir passiert. Nach Feierabend wird vielleicht das Glas Wein zum Abschalten zur Gewohnheit. Dein Schlaf ist dauerhaft nicht erholsam. Du bist schon beim Aufwachen müde. Bleibst es den ganzen Tag. Die Gedanken kreisen schon im Bett um die Termine, die du heute hast.

Du wirst zynisch. Innerlich aggressiv. Das bekommen deine Kollegen und dein gesamtes soziales Umfeld zu spüren. Du veränderst dich. Bist nicht mehr schwingungsfähig für die Belange anderer.

Alles wird dir zuviel.

Auch die Dinge, die dir früher Freude bereitet haben. Libido? Haben nur noch die anderen. Hobbys pflegen? Fehlanzeige. Selbst deine Lieblingsmusik stresst dich. Ausgehen? Nicht dran zu denken. Du willst Ruhe. Nur Ruhe.

Die Wohnung sieht zunehmend unordentlich aus. Dir fehlt einfach die Kraft. Du ziehst dich zurück. Verbringst deine Freizeit auf dem Sofa. Irgendwann bleibt nur noch die Arbeit, die dir zwar Halt gibt, zu der du dich aber mühevoll aufraffen musst. Du bist gleichzeitig tief erschöpft und stehst innerlich ständig unter Strom. Dein Puls? Viel zu schnell und unregelmäßig.

Ein letzter Funken Verstand sagt dir, dass du dringend die Reißleine ziehen musst wenn du nicht draufgehen willst. Bei einigen fehlt dieser Funke. Sie werden dann ernsthaft psychisch und/oder körperlich krank. Ein Kollege musste erst einen Schlaganfall erleiden, bevor er sich seinen Burnout eingestehen konnte.

Wieso reagieren von Burnout betroffene Menschen meistens so spät?

Fünf.

Die Zahl der Leute, die sich aktuell und offensichtlich in meinem engeren Umfeld in der Burnout-Spirale befinden. Der eine mehr, der andere weniger. Gesprochen wird darüber nicht. Jedenfalls nicht offiziell.

Warum niemand rechtzeitig zum Arzt geht? Sich behandeln lässt, Therapie, vielleicht eine Reha? Keine Ahnung. Ich kann nur sagen, wie es bei mir war:

Ich wusste einfach nicht, was ich tun sollte!

So einfach.

Ich schätze, das Gefühl trifft auf sehr viele Betroffene zu.

Vielleicht hast du Glück. Eine dir nahe stehende Person bemerkt vielleicht deine zum negativen veränderten Verhaltensweisen und hat die Traute, dich darauf anzusprechen. Dir Hilfe anzubieten. Und vielleicht kannst du diese Hilfe annehmen, weil du dieser Person vertraust.

Aber was, wenn sich aber die o.g. Person mit dem Arsch in der Hose wie die meisten anderen schon lange von dir abgewandt hat? Du mittlerweile die Königin/der König der Isolation geworden bist? Tja…

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Der Gang zum Arzt fällt vielen schwer

Warum? Weil man eventuell

  1. dort den Psycho-Stempel auf die Stirn gedrückt bekommt
  2. lange, seeeehr lange krank geschrieben wird (oder viel schlimmer das Gegenteil: drum betteln, überhaupt krank geschrieben zu werden)
  3. ein Rezept für Antidepressiva in die Hand gedrückt bekommt
  4. durch diesen Prozess jedem aus dem beruflichen und privaten Umfeld klar ist, was der Betroffene nicht wahr haben und lieber verbergen möchte
  5. ahnt, dass man etwas grundlegend in seinem Leben verändern muss, jedoch nicht bereit dazu ist
  6. fürchtet, vor dem Arzt und dem Umfeld als Versager oder sogar Drückeberger zu gelten

Anders geht´s aber nicht?

Doch. Und zwar so:

  1. Burnout ist in der Regel psychisch UND körperlich bedingt.
  2. Auf körperlicher Ebene ist Burnout „messbar“ und behandelbar. Wie, erfährst du weiter unten.
  3. Therapie, Coaching oder auch spezielle Burnout-Beratung. Da kommst du zwecks nachhaltigem Erfolg einfach nicht drum herum.

Welche Untersuchungen sind sinnvoll?

Burnout spiegelt sich auf körperlicher Ebene als Nebennierenschwäche und Neurostress wider. Nebennierenschwäche hast du eventuell auf der Suche nach den Ursachen deiner Erschöpfung schon mal gehört.

Um eine Nebennierenschwäche (NNS) zu diagnostizieren, bieten sich ein spezieller Speichel-Test an. Wichtig sind die Cortisol Werte (Tagesprofil: 5 Messungen über den Tag verteilt) und der Gegenspieler, das Hormon DHEA. Du kannst versuchen, die Kosten dafür bei deiner Krankenkasse erstattet zu bekommen. Rechne aber eher nicht damit.

Ergibt der Test bei dir eine NNS, solltest du dich unbedingt intensiv dazu belesen. Die absolute Bibel zum Thema ist „Grundlos erschöpft?“ von James L. Wilson. Darin findest du wirklich alles zum Thema. Natürlich auch zur Selbstbehandlung.

Bezüglich des Neurostress ist es etwas schwieriger. Unter Neurostress versteht man kurz gesagt ein Ungleichgewicht oder auch Mangel der Komponenten des zentralen und autonomen Nervensystems (Serotonin, Dopamin, Adrenalin, Noradrenalin, Gaba und Glutamat). Dieses Ungleichgewicht entsteht in der Regel durch lang anhaltenden Stress.

Die Diagnose und Behandlung von Neurostress erfolgt ausschließlich über darin geschulte Therapeuten. Es kommen keine chemischen Antidepressiva zum Einsatz! Statt dessen werden die Symptome wie Depressionen, Müdigkeit, Schlaflosigkeit, Konzentrationsmangel, Gedächtnisstörungen, Stimmungsschwankungen und mangelnder Antrieb mittels natürlicher Eiweißbausteine reguliert. Einen Therapeuten-Finder und ausführliche Info´s zum Thema  findest du hier.

Muss eine Therapie sein?

Ja.

Weil ein Burnout meiner Meinung nach körperlich UND psychisch bedingt ist. Du kannst die körperlichen Ursachen mit oben genannten Mitteln diagnostizieren, behandeln und somit deinen Genesungsverlauf erheblich (!) verkürzen.

Ich gehe davon aus, dass du raus aus diesem Zustand – und nie wieder dahin zurück – möchtest, wo du  eventuell gerade bist. Und dafür ist eine radikale Veränderung deines bisherigen Lifestyles zwingend nötig. Von alleine deckst du einfach nicht alle Stressoren in deinem Leben auf. Denn diese zu erkennen und die zwingend notwendigen Konsequenzen daraus zu ziehen, kann sehr hart sein.

Eines ist klar: Burnout hat nicht nur mit der Arbeit und dem dortigen Stress zu tun. Wenn du ausgebrannt bist, oder auf dem Weg dahin, spielt dein persönlicher UMGANG mit Stress (auch privatem Stress) und deine Resilienz, sprich seelische Widerstandskraft, eine entscheidende Rolle. Auch deine Fähigkeit, angemessene Selbstsorge zu betreiben.  Mit allen Konsequenzen, die sich daraus ergeben.

Klar kann es sich rausstellen, dass ein Jobwechsel oder eine Stundenreduzierung die Lösung für dich ist. Vielleicht macht auch eine strukturiertere Arbeitsweise oder die Arbeit am Betriebsklima schon den Unterschied. Oder eine bessere Work-Life-Balance.

Vielleicht aber auch erst die Trennung vom Lebenspartner oder die Versöhnung mit der eigenen Kindheit.

Eine Therapie kann dir nachhaltig helfen.  Sehr sogar. Sofern du bereit bist, dich selbst, deine Einstellungen und Handlungen zu erkennen und zu hinterfragen. Und dich dann wirklich auf die dringend notwendigen Veränderungen einzulassen.

Danke, dass du den Artikel zu Ende gelesen hast. Klasse!

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